GrüneLunge

Inter- und Transdisziplinäre Entwicklung von Strategien zur Erhöhung der Resilenz in wachsenden Städten und urbanen Regionen

Bäume prägen das Stadtbild: Blick vom Vierordtbad Richtung Schloss. ©Stephan Gehrlein, https://www.flickr.com/people/153496924@N03/
Bäume prägen das Stadtbild: Blick vom Vierordtbad Richtung Schloss. ©Stephan Gehrlein

Das Forschungsprojekt GrüneLunge beschäftigt sich mit der Widerstands- und Anpassungsfähigkeit (Resilienz) städtischer Bäume und Wälder. Dafür forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter der Federführung des Karlsruher Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gemeinsam mit der Forstlichen Versuchsanstalt Baden-Württemberg (FVA), dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Gartenbauamt (GBA) und Forstamt (FA) der Stadt Karlsruhe. Gefördert und finanziert wird das Verbundprojekt über die Leitinitiative Zukunftsstadt des Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Innovationsplatform Zukunftsstadt unterstützt dabei gezielt den Austausch zwischen Forschung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Kommunen. Daher nutzt das Forschungsprojekt einen inter- und transdisziplinären Ansatz, vernetzt also sowohl unterschiedliche wissenschaftliche Fachrichtungen (KIT, FVA, DWD) untereinander als auch die Wissenschaft mit Akteurinnen und Akteuren aus der Praxis (GBA und FA Karlsruhe, Stadt Rheinstetten). Zur Umsetzung ist das Forschungsprojekt in fünf Arbeitspaketen organisiert, wobei zwei direkt am KIT selbst angesiedelt sind und die weiteren bei den wissenschaftlichen (FVA, DWD) und kommunalen (Stadt Karlsruhe) Projektpartnerinnen und -partnern.

 

Städtische Bäume und Wälder prägen das Stadtbild und erhöhen die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner. Die Wertschätzung der Bäume und ihres Nutzens für Mensch und Tier zu erhöhen gehört ebenso zu den Zielen des Projektes GrüneLunge wie darüber aufzuklären, was Bäume im städtischen Bereich alles zu bieten vermögen (Ökosystemdienstleistungen). Sie spenden im Sommer Schatten und sorgen durch Verdunstung von Wasser über die Blätter (Transpiration) für einen zusätzlichen Kühlungseffekt und mildern so die Hitzebelastung in Städten. Sie filtern und binden Luftschadstoffe, produzieren Sauerstoff und verbessern somit die Luftqualität. Sie binden dabei Kohlenstoff, speichern diesen langfristig und wirken so dem Klimawandel entgegen (Klimamitigation). Sie regulieren den Wasserhaushalt und verbessern die Wasserqualität des versickernden Regenwassers, welches oft die Grundlage für die Trinkwassergewinnung ist. Sie bieten vielfältigen Lebenswesen ein Habitat und fördern dementsprechend die Biodiversität (Artenvielfalt). Sie verbessern durch ihre Farbenpracht das Erscheinungsbild in Städten, bieten Abwechselung und Raum für Erholung. Doch dieser vielfältige Nutzen in Städten ist bedroht.


Fortschreitender Klimawandel und Urbanisierung (Verstädterung, Nachverdichtung) sowie neue Schädlinge und Krankheiten an Bäumen gefährden den innerstädtischen und stadtnahen Baumbestand. Die Kombination der verschiedenen Stressoren (negative Einflussfaktoren) führt dazu, dass die Bäume zuerst geschwächt, dann anfälliger werden und teilweise sogar komplett absterben; und dies betrifft nicht nur einzelne Bäume sondern ganze Baumarten und Bestände. Damit droht auch ein Verlust der Leistungen und des Nutzens, den urbane Bäume und Wälder bieten. Genau dort anzusetzen und zu forschen, um Lösungsansätze zu entwickeln, wie man diesen Gefahren für Bäume im städischen Raum begegnen kann, und die vielfältigen Ökosystemdienstleistungen zu erhalten, gehört zu den Zielen der des Projekts GrüneLunge.



© Fotos: Stephan Gehrlein