Stadtbaumeignung im Klimawandel

Die Auswahl passender Baumarten in Städten basiert auf vielen verschiedenen Kriterien, die unterschiedliche Ansprüche und Anforderungen abdecken. Im Rahmen des Projekts GrüneLunge 1.0 wurden sowohl Bäume hinsichtlich ihrer Ökosystemleistungen und ihrer Wirkung auf die Humangesundheit, als auch das Wachstumspotential verschiedener Baumarten in Abhängigkeit von Standortbedingungen und extremen Wetterereignissen untersucht. Im Folgeprojekt soll nun ein Werkzeug erarbeitet werden, das Kommunen die Auswahl der passenden Baumarten basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und unter Berücksichtigung der kommunenindividuellen Ansprüche erleichtert. Bisher stehen hierzu die Klima-Arten-Matrix (Roloff et al., 2008; Knopf et al., 2015), die darauf aufbauende citree-Planungsdatenbank (TU Dresden Professur für Forstbotanik, 2020), sowie die Straßenbaumliste der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (Arbeitskreis Stadtbäume, 2020) zur Verfügung. Diese Verfahren haben spezifische Anwendungsgebiete und berücksichtigen bereits Kriterien wie etwa Trockenheitstoleranz, Frosthärte, Kronencharakteristika und Anfälligkeit gegenüber Pathogenen. Das erste Ziel dieses Teilprojekts ist es, diese Zusammenstellungen um die in GrüneLunge 1.0 untersuchten Kriterien zu ergänzen um eine neue, eigene Literaturstudie besonders im Hinblick auf Ökosystemleistungen zu erweitern. Als zweites Ziel soll die bisherige Methodik der Eignungsbeurteilung weiterentwickelt werden. Um die Vielfalt der zu berücksichtigenden Kriterien adäquat einfließen zu lassen, bieten sich multikriterielle Verfahren an. Mittels einer multikriteriellen Analyse (multicriterial decision analysis, MCDA) wird ein Tabellenwerkzeug erstellt, das relativ einfach anzuwenden ist. In einer solchen Tabelle befinden sich die Eignungskriterien für jede Baumart. Darauf aufbauend können Kommunen ihre spezifischen Gewichtungen für die Kriterien eingeben, sodass regionale Besonderheiten oder individuelle Anforderungen bei der Baumartenwahl berücksichtigt werden können. Solche Priorisierungen, die auch als Präferenzartikulation bezeichnet werden, können etwa Dürretoleranz, Schattenwurf, Bewässerung oder auch die Humangesundheit sein.

Das Ergebnis des Teilprojekts ist ein um einige Kriterien erweitertes und um methodische Aspekte weiterentwickeltes Tool, das die komplexe Entscheidungssituation „Baumartenwahl im städtischen Bereich unter Klimawandel“ unterstützt. Das Tool wird dabei unter Mitwirkung von Testkommunen und der Gartenamtsleiterkonferenz entwickelt.

 

Kooperationen

Essentiell für dieses Teilprojekt ist die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Stadtbäume der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK e. V., Dr. Joachim Bauer, Stadt Köln). Geeignete und interessierte Testkommunen sollen zu Beginn des Projekts identifiziert und ausgewählt werden. Diese sollen eine möglichst große Vielfalt an Bedingungen (Größe, Bestand an Straßenbäumen, Anforderungen) abdecken. Es wird angestrebt, mit mindestens drei Kommunen zusammenzuarbeiten.