Angepasstes Hitzewarnsystem und Handlungsempfehlungen

Städtische Gebiete sind durch den Urban Heat Island-Effekt (UHI) gekennzeichnet sowie weiteren Veränderungen des städtischen Umfelds die zu einer erhöhten thermischen Belastung im Vergleich zu ländlichen Gebieten führen. Entsprechend den Richtlinien des Sendai Framework for Disaster Risk Reduction 2015-2030 sollen die Verwaltungen auch auf lokaler Ebene gestärkt werden um zukünftige Risiken zu minimieren. Daher ist es notwendig den Hitzestress und das Risiko der Menschen in städtischen Gebieten zu bewerten, um angemessene Entscheidungen treffen zu können.

Der thermische Komfort der Menschen ist über thermische Indizes (z.B. Gefühlte Temperatur) zugänglich, die die meteorologischen Parameter (Lufttemperatur, Dampfdruck, Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Globalstrahlung) vereinen. Die thermischen Indizes, die auch die Thermo-Physiologie der Menschen berücksichtigen, bieten eine Möglichkeit zur Quantifizierung des Einflusses der thermischen Umgebungen des Menschen und werden als Grundlage für die Festlegungen von Schwellenwerten bei der hitzebedingten Mortalität dienen. Die amtlichen Hitzewarnungen in Deutschland beruhen auf der Gefühlten Temperatur für starke und extreme Hitze und der dazu im statistischen Zusammenhang bestehenden Hitzemortalität.

Die urbane Morphologie sowie die grüne Infrastruktur verändern die meteorologischen Parameter und damit den thermischen Komfort des Menschen auf der kleinräumigen Mikroskala und ist damit im Zuge des Klimawandels von Bedeutung.

Ziel des Teilprojektes ist die Implementierung eines spezifischen Hitzewarnsystems für die Stadt Karlsruhe unter dem Einfluss von Vegetation und städtischen Strukturen. Das spezifische Hitzewarnsystem soll dabei kurz- und langfristige Maßnahmen zur Hitzereduktion berücksichtigen und Handlungsempfehlungen ausgeben.