GrüneLünge 2.0

Transformation in Richtung resilienter städtischer Wälder

Bäume prägen Räume: Durlacher Schlossgarten mit Blick zum Turmberg in Karlsruhe. ©Stephan Gehrlein, https://www.flickr.com/people/153496924@N03/
Bäume prägen Räume: Durlacher Schlossgarten mit Blick zum Turmberg in Karlsruhe. ©Stephan Gehrlein

Bäume und städtische Wälder mildern die Hitzebelastung der Bewohnerinnen und Bewohner, filtern Luftverschmutzungen und bieten vielfältige andere Ökosystemleistungen. Sie werden oft als die „grüne Lunge“ der Stadt bezeichnet. Insbesondere während des COVID-19-Lockdowns leisteten städtische Bäume außerdem einen wichtigen Beitrag zur psychischen Gesundheit der Bevölkerung. Gleichzeitig sind die Bäume in den Städten durch den fortschreitenden Klimawandel und die zunehmende Urbanisierung bedroht. Forschungen im Projekt GrüneLunge 1.0 der letzten Jahre haben gezeigt, dass im Karlsruher Stadtwald häufig Bäume aufgrund längerer Hitzeperioden und fehlender Niederschläge nicht gesund waren. Dadurch sind viele der oben genannten Leistungen des Stadtwaldes bedroht.

Um dem weiteren Rückgang urbaner Wälder entgegenzuwirken und deren Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, sollen im BMBF-geförderten Projekt GrüneLunge 2.0 die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse in Maßnahmen umgesetzt werden. Neben dem ITAS, das die federführende Leitung des Verbundprojekts innehat, sind die Städte Karlsruhe und Rheinstetten als kommunale Partner beteiligt. Wissenschaftliche Partner sind die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg, der Deutsche Wetterdienst mit seinem ebenfalls in Freiburg beheimateten Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung (ZMMF), und das Institut für Meteorologie und Klimaforschung Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU) in Garmisch-Partenkirchen.

In den nächsten zwei Jahren wird das Hauptziel von GrüneLunge 2.0 die Implementierung und Festigung von Anpassungsmaßnahmen für das zukünftige Management der städtischen Wälder sein. Basierend auf den in GrüneLunge 1.0 gesammelten Daten werden wir ein Geoportal aufsetzen, um die aktuelle Bereitstellung von 35 verschiedenen Ökosystemleistungen zu veranschaulichen. In einer Reihe von Experteninterviews und Workshops wird untersucht, inwieweit Ökosystemleistungspunkte in der zukünftigen Bewirtschaftung von urbanen Wäldern eingesetzt werden können. Außerdem wird ein Ökosystemleistungsmodell speziell für die Region Karlsruhe ausgearbeitet, das Förster und Gärtner bei der präziseren Berechnung von Schadstoffabbau und Hitzestressminderung auf Einzelbaumebene unterstützt. Darüber hinaus wird gemeinsam mit der FVA ein interaktives Internetportal gestaltet, um die am besten geeigneten Baumarten für zukünftige Pflanzungen in städtischen Gebieten auszuwählen. Erstmalig wird in Deutschland ein Hitzewarnsystem entwickelt, das auf Stadtteilebene funktioniert und insbesondere die Bedürfnisse vulnerabler Gruppen wie Kindern oder älteren Menschen berücksichtigt.

Der Wandel hin zu resilienten Stadtwäldern wird ohne die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger nicht zu erreichen sein. Ein neues Bürgerforum zum Thema Straßenbäume soll die Bürgerinnen und Bürger ermuntern, sich regelmäßig zu treffen und ihre Ideen zur Betreuung von Stadtbäumen und Grünflächen auszutauschen. Insgesamt zielt das Projekt so darauf ab, die Anpassungsplanung für zukünftige Stadtwälder zu verbessern.

Die Aktivitäten in GrüneLunge 2.0 gliedern sich in insgesamt vier thematische Arbeitspakete, welche federführend von jeweils von einem Projektpartner durchgeführt werden. Folgen Sie gerne den Links für weiterführende Informationen zu den einzelnen Arbeitspaketen:



© Foto: Stephan Gehrlein