Arbeitspaket 1: Ökosystemdienstleistungen für Bäume und Wälder im urbanen Raum

Übersicht der Testflächen in Karlsruhe für die erste Messkampagne
Übersicht der Testflächen in Karlsruhe für die erste Messkampagne

Im ersten Arbeitspaket arbeiten Umwelt- und Forstwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und erheben verschiedene relevante Daten in Bezug auf den Karlsruher Baumbestand. Kern des Arbeitspakets sind zwei große Messkampagnen. Dabei werden Bäume auf städtischen Grünflächen und Privatflächen sowie stadtnahe Wälder in Karlsruhe und Rheinstetten untersucht.


Für die erste Messkampagne wird ein Gitternetz über das gesamte Untersuchungsgebiet gelegt und somit in kleinere Teilflächen unterteilt. Innerhalb dieser Teilflächen wird nun zufällig ein Mittelpunkt festgelegt, um den dann in einem Radius von 11,34 m die gesamte Vegetation anschließend erfasst wird. Neben der Bestimmung der Art der vorkommenden Pflanzen und Bäume wird dabei auch der gesundheitliche Zustand und die relative Position in Bezug auf den Mittelpunkt erfasst. Des Weiteren werden auch Mikrohabitate (Kleinstlebensräume) an den Bäumen erfasst sowie Wärmebilder der Bäume aufgenommen. Ziel dieser Stichprobenerhebung ist es, einen besseren Überblick über den gesamtstädtischen Baumbestand und dessen Gesundheit zu bekommen und Ökosystemdienstleistungen besser beurteilen zu können.

Projektleiter Somidh Saha bei der Datenerhebung im Hardtwald.
Projektleiter Somidh Saha bei der Datenerhebung im Hardtwald.

Bei der zweiten Messkampagne werden baumphysiologische Untersuchungen an ausgewählten Bäumen durchgeführt, also eine Analyse der Lebensvorgänge und des Stoffwechsels der Bäume. Ziel ist es, das Verhalten und die Reaktion der Bäume auf das städtische Umfeld und Trockenheit besser zu verstehen um so die richtigen Baumarten an den passenden Standort setzen zu können.


Neben den Messkampagnen werden auch die Ökosystemdienstleistungen städtischer Bäume und Wälder näher betrachtet und analysiert. Ziel ist es, sowohl die Wahrnehmung für den Nutzen der Ökosystemdienstleistungen zu verbessern als auch ihren Wert möglichst mit Zahlen zu belegen. Die Wertschätzung für die Bäume soll dadurch steigen und den hohen Aufwand zur Unterhaltung und Pflege nachhaltig rechtfertigen. Außerdem wird auch eine Zielkonfliktanalyse zwischen Klimavermeidungs- und Anpassungsstrategien (Klimamitigation und -adaption) für den Karlsruher Baumbestand durchgeführt werden.


Die Umsetzung der Projektergebnisse, die Anpassung der relevanten Prozesse im Umgang mit dem gesamtstädtischen Baumbestand sowie die Ausarbeitung von nachhaltigen Konzepten wird gemeinsam mit Gartenbauamt und Forstamt der Stadt Karlsruhe (Arbeitspaket 5) durchgeführt.